Englisch ist derzeit die Lingua Franca auf der ganzen Welt.

Es gab schon mehrere solcher Weltsprachen mit der sich alle unterhalten haben: Latein, Französisch und Deutsch. Jede dieser Sprachen hat ihre Bedeutung wieder eingebüßt.

Zumutungen

So soll denn jetzt jeder Englisch lernen. Filme in der "Orginalsprache" anschauen. Das US-amerikanische Publikum möchte keine syncronisierten Filme sehen, also soll der Rest der Erde syncronisierte Filme anschauen. Die europäische Gemeinschaft hat sich als wichtigste Sprache englisch auserkoren, das Mutterland dieser Sprache ist aber in ein paar Monaten nicht mehr dabei (ok, Irland und Malta sprechen auch englisch als Muttersprache).

Das gute ist, dass alle eine fremde Sprache lernen müssen und so versucht man sich möglichst einfach zu unterhalten, keine komplizierten Worte oder Sprachkonstrukte zu verwenden. Meist strengen sich auch alle bei Vorträgen und Texten an, denn man muss schon ein bißchen aufpassen wenn man sich in einer fremden Sprache ausdrücken will.

Nur "Nativespeaker" haben das nicht nötig und so wird in breitem Kaugummi-Amerikanisch unverständlich vor sich hingeredet. Die anderen werden schon wissen was man will, und wenn nicht: sollen Sie halt meine Sprache lernen (das sind Erfahrungen meines Arbeitsalltags).

Außerdem ist ja völlig klar, dass man mit Englisch auf der ganzen Welt leben kann. Sollen halt die anderen Englisch lernen, man hat's ja nicht nötig die Sprache zu lernen die 5 - 80 Millionen Menschen in der unmittelbaren Nachbarschaft sprechen. Überhaupt muss man sich damit eh nicht rumschlagen, es gibt Netflix und Internetradio und so kann man sich schon in seiner eigene Blase vergraben. Man kann auch mit seinen Lieben daheim im Heimatland jederzeit lange und ausgiebig telefonieren, Whatsapp und alle anderen Datenkraken machen es möglich.

Fragt sich bloß noch warum man eigentlich wo anders lebt. Ach ja: making money und noch ein paar wichtige andere Gründe.

Der Vorteil an englisch ist, dass es ein einfache Sprache ist und deswegen seinen Platz zurecht erobert hat.

Der Nachteil an Englisch ist, dass alle meinen so sein zu müssen wie das große Vorbild: der Amerikaner (natürlich US). Wenn wir aber alle sein wollen wie die US-Amerikaner wird einer immer besser ein als wir anderen: der US-Amerikaner. Weil er einfach US-Amerikaner ist.

Der Nachteil an Englisch ist auch die weite Verbreitung und Wandelbarkeit der Bedeutungen. Heute habe ich eine Bewertung einer Software gelesen die hieß: This software is dinky. Was heißt dinky? Die Webseite dict.leo.org gibt Auskunft: niedlich, nett, reizend, süß und hübsch (alle Britisches Englisch) und schäbig, uninteressant und unwichtig (Amerikanisches Englisch). Eine kurze Aussage die Verwunderung und Kopfkratzen auslöst, einem Sprachausländer wäre das nicht passiert.

Hier ist Deutschland, Frankreich, Spanien, Tschechien, Polen und nicht EMEA (siehe in der Wikipedia). Es ist toll eine schöne, eigene und gute Sprache zu haben. Es ist schön wenn wir uns in Englisch verständigen können. Aber seien wir wieder stolz darauf wir selber zu sein.